„Die Rolle der Rosa gestaltet Ilia Papandreou mit großer Intensität, der man sich kaum entziehen kann. Ihre Stimme trägt jene Mischung aus glühender Expressivität und verletzlicher Transparenz, womit Zilligs expressionistische Linienführung beeindruckend gewahrt bleibt.“
„Die Rolle der Rosa gestaltet Ilia Papandreou mit großer Intensität, der man sich kaum entziehen kann. Ihre Stimme trägt jene Mischung aus glühender Expressivität und verletzlicher Transparenz, womit Zilligs expressionistische Linienführung beeindruckend gewahrt bleibt.“

Biographie
Ilia Papandreou zählt zu den vielseitigen Sopranistinnen ihrer Generation. Stets auf der Suche nach außergewöhnlichen Herausforderungen und unbekannteren Facetten des Repertoires, war sie bereits in mehr als 50 Premieren in Hauptrollen des jugendlich-dramatischen Fachs zu erleben. Wiederholt wurde sie von der Fachzeitschrift Opernwelt als »Sängerin des Jahres« nominiert, zuletzt 2023 für ihre Emilia Marty in Janáčeks Die Sache Makropulos am Mainfranken Theater Würzburg und für Klytaimnestra in Felix Weingartners Orestes am Theater Erfurt.
In der Saison 2025/26 kehrte sie für Winfried Zilligs selten gespielte Oper Rosse an das Mainfranken Theater zurück und verlieh der Partie der Rosa »eine Eindringlichkeit, die lange nachwirkt« (Fränkische Nachrichten). 2026/27 ist sie unter anderem am Theater Erfurt als Lili in Laura Kaminskys Kammeroper Lucidity zu erleben.
Zu ihren wichtigen Engagements gehört die Eva in Wagners Meistersingern von Nürnberg: 2016 sang sie die Partie zunächst am Theater Erfurt (Musikalische Leitung: Joana Mallwitz) und anschließend am DNT Weimar (Musikalische Leitung: Kirill Karabits); im Februar 2017 wurde sie damit kurzfristig an die Mailänder Scala verpflichtet (Musikalische Leitung: Daniele Gatti). Kurz darauf gastierte sie als Iolanta an der Prager Nationaloper und wirkte an der Seite des Schauspielers und Regisseurs Dominique Horwitz in der Revue Reformhaus Lutter mit dem WDR Funkhausorchester Köln.
Mit Brittens War Requiem debütierte sie 2021 im Wiener Musikverein bei den Wiener Symphonikern unter Ivor Bolton. 2022 folgte am Staatstheater Nürnberg die Kaiserin in Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten (Musikalische Leitung: Joana Mallwitz, Regie: Jens-Daniel Herzog); mit dieser Partie sprang sie 2023 kurzfristig in die Proben bei den Osterfestspielen Baden-Baden ein (Regie: Lydia Steier). Weitere wichtige Partien sind Chrysothemis in Elektra, die Titelpartien in Dvořáks Rusalka und Cherubinis Médée sowie Marta in Weinbergs Die Passagierin. Gastspiele führten sie zudem an die Opéra de Nice Côte d’Azur, nach St. Gallen und zum Thessaloniki State Symphony Orchestra.
Ihr Repertoire zeigt eine außergewöhnliche stilistische und darstellerische Spannweite: von Mozart – Elettra, Contessa und Vitellia – und Cherubini über das deutsche romantische Fach mit Agathe, Eva, Ariadne, Chrysothemis, Marschallin und Kaiserin bis zu Verdi und Puccini mit Amelia (Simon Boccanegra), Elisabetta, Desdemona, Mimì, Cio-Cio-San und Liù. Im französischen Fach gehören Marguerite (Faust), Antonia (Les Contes d’Hoffmann) und Alice in Giacomo Meyerbeers Robert le diable ebenso dazu wie Brunehilde in Ernest Reyers Sigurd, die sie in der Deutschen Erstaufführung verkörperte. Das russische Repertoire reicht von Jaroslawna in Borodins Fürst Igor bis zu den Tschaikowsky-Heroinen Tatjana, Iolanta, Agnès Sorelle (Jeanne d’Arc) und Nastasia (Die Zauberin). Auch die Operette ist mit Rosalinde, Saffi, Sylva Varescu, Gräfin Mariza und Lisa in ihrem Repertoire verankert.
Ihr besonderes Interesse gilt selten gespielten Werken und Entdeckungen: Neben Reyers Sigurd gehören dazu die Titelpartien in Gurlitts Nana und Testis Mariana Pineda (Uraufführung), Pizzettis Fedra, Weingartners Orestes und Zilligs Rosse; im Mai 2024 sang sie am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen die Leonore/Ministerin in der Uraufführung von Charlotte Seithers/Ludwig van Beethovens Fidelio schweigt!. Als Maria in Terrence McNallys Meisterklasse überzeugte sie zudem in einer reinen Schauspielrolle.
Auch Lied und Konzert bilden einen wichtigen Teil ihres künstlerischen Spektrums. Eine langjährige Zusammenarbeit im Lied verbindet sie mit dem Pianisten Ralph Neubert. Im Konzertbereich zählen Richard Strauss’ Vier letzte Lieder, Ernest Chaussons Poème de l’amour et de la mer, Gioachino Rossinis Petite Messe solennelle, Gustav Mahlers Zweite Symphonie sowie Benjamin Brittens War Requiem zu ihrem Repertoire.
Sie arbeitet regelmäßig mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Jean-Louis Grinda, Tatjana Gürbaca, Jens-Daniel Herzog, Vera Nemirova, Armin Petras, Stefano Poda, Gabriele Rech, Nina Russi, Michael Schulz und Katharina Thalbach sowie mit Dirigentinnen und Dirigenten wie Joana Mallwitz, Manlio Benzi, Rasmus Baumann, Roland Böer und Kirill Karabits zusammen.
Die in London geborene Griechin Ilia Papandreou erhielt ihre Ausbildung in Boston (USA) und London sowie bei Hara Savino in Frankfurt am Main und Athen; Meisterkurse absolvierte sie bei Montserrat Caballé. Nach einem ersten Engagement am Theater Erfurt ist sie seit 2015 freischaffend tätig.
News
Ilia Papandreou ist erneut von der Fachzeitschrift Opernwelt als „Sängerin des Jahres“ nominiert worden. Im Jahrbuch 2023 würdigte Opernwelt-Autor Stephan Mösch sowohl ihre Interpretation der Emilia Marty in Leoš Janáčeks Die Sache Makropulos am Mainfranken Theater Würzburg als auch ihre Klytaimnestra in Felix Weingartners Orestes am Theater Erfurt.
Zuletzt erhielt Ilia Papandreou 2014 für ihr Rollendebüt als Desdemona in Giuseppe Verdis Otello eine Nominierung als „Sängerin des Jahres“.

“With a warm voice and great inwardness, Ilia Papandreou captivates her audience.”
